Endlich wieder auf dem Feld – mein (unser) erstes Five-a-Side-Turnier
51 Jahre, weiblich und seit meinem 13. Lebensjahr handballverrückt.
Und heute? Heute durfte ich endlich wieder das tun, was ich so sehr liebe: mit dem Ball durch die Halle laufen, spielen, schwitzen, lachen – und einfach Teil einer Mannschaft sein.
Während die Herren auch in höheren Altersklassen immer wieder Möglichkeiten haben, ihrem Sport nachzugehen, sieht es für Frauen leider ganz anders aus. Meine geliebte Lady Liga hat Corona nicht überlebt. Und damit war plötzlich etwas weg, das mir unglaublich viel bedeutet hat.
Als sich irgendwann die Möglichkeit auftat, eine Hallenzeit zu bekommen, keimte in mir die Hoffnung auf, vielleicht doch wieder aktiv Handball spielen zu können. Ein ganzes Jahr lang haben wir mit einer kleinen Gruppe verschiedene Alternativen und Ideen gesammelt, ausprobiert und wieder verworfen. Bis schließlich die Idee einer Five-a-Side-Mannschaft entstand.
Und heute war es endlich so weit:
Mein allererstes Turnier!
Da ich ohnehin früh unterwegs war, weil die Minis-Mädchen am Morgen ihren Einsatz hatten, war ich entsprechend zeitig beim Turnier. Der Mellendorfer TV entpuppte sich dabei als wirklich großartiger erster Gastgeber und nahm mir mit seiner herzlichen und unkomplizierten Art so manche Aufregung.
Denn aufgeregt war ich definitiv!
Da war die riesige Freude darüber, endlich wieder spielen zu dürfen. Gleichzeitig aber auch eine gehörige Portion Unsicherheit: Wie waren doch gleich die Regeln? Was erwartet mich? Und vor allem: Werde ich überhaupt Spielzeit bekommen?
Schließlich sind auch einige Herren in unserem Team dabei – und die sind durchaus ehrgeizig. Da ging mir schon die Frage durch den Kopf, ob wir wenigen Frauen am Ende vielleicht doch eher am Rand sitzen würden, während unsere Mannschaft versucht, gegen die Gegner zu bestehen.
Aber genau diese Sorge war völlig unbegründet.
Unsere drei Gegner – Mellendorfer TV, SJB Binnen und SV E Bad Salzdetfurth – waren allesamt unglaublich fair und sportlich. Dafür möchte ich einfach einmal ganz herzlich Danke sagen.
Denn heute ging es für mich (und für andere) um viel mehr als Ergebnisse oder Tore.
Es ging darum, wieder auf dem Feld zu stehen. Manch eine(r) zum ersten Mal oder nach 21 Jahren endlich wieder.
Den Ball in der Hand zu halten.
Zu laufen.
Zu lachen.
Zu kämpfen.
Und dieses ganz besondere Gefühl zu spüren, Teil einer Mannschaft zu sein.
Und ja – ich bin unglaublich glücklich und dankbar.
Dankbar unserem Verein, dass er mir und uns diese Möglichkeit gibt.
Dankbar meiner Mannschaft, die sich mit mir auf die Reise gemacht hat.
Und ganz besonders dankbar meinem Mann, der wirklich jede noch so verrückte Idee von mir mitmacht, mich unterstützt und einfach immer dabei ist.
Heute habe ich jedenfalls eines ganz sicher festgestellt:
Es ist nie zu spät, wieder oder überhaupt anzufangen.
Manchmal braucht es nur ein bisschen Mut, ein paar verrückte Ideen, Menschen, die daran glauben – und eine Hallenzeit.
Für mich (und auch für die anderen) war heute jedenfalls ein ganz besonderer Tag.
Unser erstes Five-a-Side-Turnier. Und definitiv nicht unser letztes.
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